Ene mene Muh und raus bist Du?

Einmal, als wir in den Ferien waren, wurde Nachts ein Kalb geboren. Ich durfte ( hab mich nicht getraut zu sagen, dass ich nicht mag) zuschauen und am nächsten Tag hing ein Schild über dem Stall „Anja“. Nun lese ich ein Buch über die Kuh, weil ich mich eigentlich immer mal wieder gefragt habe, ob das damals ein Kompliment war oder nicht. Die Kuh ist das inoffizielle Wappentier des Landes- und dient als Symbol für den Reichtum der bäuerlichen Schweiz. Sie stillt Eure Sehnsucht nach einer heilen Welt. So! Bisher alles positiv. Das Wappentier der Schweizer Herzen hat eben genau in der Kategorie einen Platz verdient.  Als Stadtkinder hatten wir sie ALLE in unseren Zimmern, die Holzkuh, Plüschkühe und ein Bilderbuch vom Bauernhof mit Kühen. Heute ersetzt die Gummikuh die Holzkuh in einigen Haushalten, aber das Prinzip ist das Gleiche. Die Kuh ist das Symbol der Nähe zur Natur- eine kleine Stadtflucht.  Anlässlich des Nationalfeiertages wurden am 1. August 2009 in Berlin auf der Schweizer Botschaft eine rote Kuh und ein Kalb montiert. Jeder konnte die Kühe zwischen dem Bundeskanzleramt und dem Reichstag sehen. Das Symbol für schweizer Werte- Natur, Gesundheit, Qualität, Verlässlichkeit, Vertrauen und Bodenständigkeit. Vielleicht mussten die Botschafter in Berlin ausgerechnet im Jahr 2009 selbst ein wenig über die Kühe auf den Dächern schmunzeln. Und wo bröckelt das Bild der Kuh? Anders als bei Hund oder Katze muss man sich zur Kuh begeben um zu kuscheln,  ihre Zunge angelt nach allem was Fressneugier weckt, dabei sabbert sie. Sie schenkt einem intensive Blicke vor denen man sich fürchten kann, sie ist geduldig dabei langsam und glotzt selbstzufrieden umher sagt das Buch. Trotzdem, ich mag das Bild der Kuh und alles was ich damit verbinde. Der Stier steht übrigens für Vaterland, Tradition und gezähmte Wildheit…Muh!

Danke Stephan für das Foto! http://www.berlinlabs.de