Li-(ebe)

Kunst ist ja Geschmacksache und über Kunst kann man sicher streiten. Das Gefühl beim Betreten des H.R. Giger Museums ist beklemmend. Es ist dunkel und seine Werke sind es auch. Reptilien, Embryone, Totenköpfe, Skelette, Monster und Maschinen, ich empfinde Ekel und Abscheu beim Anblick der Verbindung von Schmerz, Folter, Lust, Sexualität und Tod. Gleichzeitig ziehen sie mich in einen Bann und ich versuche eine schöne Geschichte darin zu sehen. Im Zentrum der Bilder immer wieder ein Gesicht. Ihr hübsches Gesicht lenkt ab und fasziniert- die Augen schauen genauso ins Leere wie der Tod. Sie hat sich das Leben genommen, mit einem Schuss, eben, ins Gesicht. Danach hat Giger sich in die Arbeit gestürzt und Alien erfunden, für sein Werk hat er einen Oskar bekommen. Heute zieht es Touristen nach Gruyère ins Giger Museum. In der gleichnamigen Bar steht steht ein Portrait von ihm und eine Kerze als Zeichen der Trauer um seinen plötzlichen Tod. Seine Eisenbahn in seinem Garten in Oerlikon fährt schon eine Weile nicht mehr, angeblich war Giger fasziniert vom Verfall und hat es geschehen lassen. Draussen scheint die Sonne und sie blendet ein wenig wenn man aus dem dunklen Museum kommt- und das beklemmende Gefühl? Das ist wieder weg und eins ist sicher, die Geschichten zu den unheimlichen Bildern spielen sich alleine in den Köpfen des Betrachters ab. Und es liegt an einem selber welchen Teil man zulässt, den gruseligen Teil oder das Gesicht- Li- Gigers grosse Liebe.