Montag ♡ BERN

Autsch, zur Begrüssung steht am Bahnhof ein ICE auf dem Weg nach Berlin Ostbahnhof. Nein, wir denken nicht eine Minute darüber nach in den Zug zu springen, heute ist Montag und wir sind in Bern! Noch schnell einen Chai bei Starbucks geholt, ziehen wir los. Wir kommen jedoch nicht weit, bereits an der ersten Ecke halten uns Schulmädchen auf ob sie uns Fragen stellen dürften. „Ihr Alter schätze ich auf 25-30?“ GERNE 🙂 beantworte ich Dir Deine Fragen. „Wie abhängig ist die Schweiz von der EU?“ „Sollte die Schweiz der EU beitreten?“ „Warum nicht?“ „Jeder wievielte Franken fliesst ins Ausland?“ So anstrengende Fragen am frühen morgen an einem freien Tag und sind denn meine Antworten repräsentativ?! Als ich das zu bedenken gebe, schaut sie mich traurig an, bisher hat nur ein Chinese seine Meinung geäussert, alle Anderen sind weiter gegangen…Und eigentlich sind wir auch ein bisschen glücklich darüber gefragt zu werden. Unsere Antworten austauschend ziehen wir weiter. Wie Einstein wohl gewohnt hat? Dass Einstein „ausser Haus“ ist und erst im Februar zurück kommt, finden wir relativ besch…., aber eigentlich hat er ja auch nur zwei Jahre in der Wohnung in  Bern gewohnt und mal ehrlich, haben wir die Relativitätstheorie wirklich jemals…..?…Schade, geht es weiter zu den Bären…BÄREN- juhuuu. Auf dem Weg dahin kommen wir am Bundeshaus vorbei. Dort gibt es die Broschüre „der Bund kurz erklärt“, welche wir mitnehmen dürfen und wir nehmen uns fest vor, diese auf der Rückfahrt zu lesen (und zu verstehen). Was schauen die Menschen eigentlich alle nach oben? „I have no idea what is gonna happen but something will happen“ beruhigt ein amerikanischer Tourist seinen Sohn, der quängelnd auf den Zytgloggeturm aus dem Mittelalter schaut. Jetzt aber, zu den Bären! Ein schönes Gehege haben sie direkt am Wasser. Nur leider, leider, leider machen Björk, Finn und Ursina Winterschlaf- Inside. Macht ja nichts, Paul Klee Zentrum? Montags geschlossen…Also, dass einem ein Montag im Januar bezüglich der touristischen Highlights zum Verhängnis werden kann, steht in keinem Reiseführer. Aber DIE Highlights, die wir entdeckt haben eben auch nicht:

Wo fängt der Tag in Bern an?

Ich habe versprochen mich im neuen Jahr auf Montag zu freuen. Die Idee hatte auch das „Kaffeemontag“ in der Gerechtigkeitsgasse. Ihre Philosophie ist „Jeden Tag, frisch, anders, überraschend“ mit Bioprodukten bevorzugt aus der Region zu sein. Viel Tee, leckerer Kaffee, Zmorge mit Aussicht.

IMG_1697Wo hat man die beste Aussicht auf Bern?

Björk, Finn und Ursina haben sich wie bereits erwähnt zurück gezogen und machen Winterschlaf in ihren Höhlen, aber die Aussicht auf Bern, welche die Bären im Sommer geniessen können, ist die Schönste.

Wohin führt ein schöner Stadtspaziergang?

Vom Bärengraben führen verschiedene gekennzeichnete Wege zum Paul Klee Zentrum.

Lunch?

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Im Reiseführer vom Februar 2013 wurde offenbar nicht sauber recherchiert, als uns die Markthalle am Bubenbergplatz als idealer Lunchort angepriesen wird. (Diese ist seit 31. Mai 2013 geschlossen). Gut, werden wir noch rechtzeitig von einem Maronenverkäufer darauf hingewiesen, begeistert scheint er darüber nicht zu sein. Angeblich solle ein Mediamarkt an der Stelle eröffnet werden. Wir haben Appetit auf Asiatisch und landen im „Punkt“ Das Punkt ist unaufgeregt und bietet gesundes Essen. Die Räumlichkeiten sind modern und schlicht. Mit einem Teil der Einnahmen unterstützt das Punkt die Kinderkrebshilfe.

Das Bonbec an der Berner Rathausgasse ist seit Mai 2013 geöffnet. Sie bieten Salate, Suppen und die bekannten Bonbec Rolls an.

Italienisch in familiärer Atmosphäre kocht die Familie Bellino im Stuzzichino (Appetithäppchen). Grosse Portionen zu kleinen Preisen, zu finden- äh auch in der Rathausgasse.

 Und Shopping?

Natürlich gibt es auch in Bern Globus und Co, aber ich bin immer eher auf der Suche nach kleinen speziellen Läden und davon gibt es in Bern viele. Wie Ihr ja wisst, lese ich gerne Magazine (darum habe ich auch alle 2 Woche Di Abend keine Zeit – Annabelle), in Bern gibt es noch ein paar von diesen alten Zeitungskiosken und Maronibuden.

Fürs „Bauhaus“ kann ich mich auch begeistern, schlichtes Design, sehr funktional. Und Vintagemöbelläden, besonders „Patinamöbel“ in der Mittelstrasse 12. Jules Maison ist der Poststrasse 56a hat schöne Möbel, Stoffe und Wohnaccessoires. Es gibt mehrere Küchenläden und ein Männerbekleidungsgeschäft: „Et voilà- Hommes & Prossecco“- mmm heisst das Pendant für Frauen dann- „Femmes & Champagner“ ?

Souvenir?

„Klex me if you can“- Im Klex habe ich mein perfektes Andenken an Bern gefunden und eine neue Aufgabe 🙂 Aber von vorn.  Heinz Inderbitzi, ist zwar in Winterthur geboren, lebt aber seit seinem sechsten Lebensjahr in Bern, der Heimatstadt seiner Eltern. Heinz Inderbitzi ist Illustrator und Künstler. Für den Bund (Berner Tageszeitung) hat er wöchentlich Cartoons gezeichnet erzählt mir der freundliche Herr im Klex. Auch Postkarten gestaltet er- unter anderem Postkarten mit dem Alphabet auf Bärndütsch als Sammlung. Diese habe ich erstanden und viel Freude damit. Ob Inderbitzi mir vielleicht eine Kuh zeichnet wenn ich ihn kontaktiere? Er könnte ein Schweizer Herz werden? Ich halte Euch auf dem Laufenden!

Der Stadt entfliehen?

Kann man, und zwar auf dem Münsterhofplatz. Dort spielen die Erwachsenen Boule, die Kinder auf dem Spielplatz und die Hunde dürfen an die Bäume pinkeln (Leinenpflicht sehr schön dargestellt). Im Sommer kann man sich im Lese- und Spielpavillion Bücher, Zeitschriften und Spiele ausleihen. An einer Wand hängen Zeitungsartikel, welche die Menschen relevant fanden, Vermisstenanzeigen und Werbung. Wer so wie ich, absolut nicht schwindelfrei ist, darf nicht zu nah an die Mauer treten. Und springen soll auch Niemand (ups, die Überschrift könnte an der Stelle falsch verstanden werden)- wer verzweifelt ist soll darüber reden mahnt ein Hinweis. Die Idee finde ich sehr gut, versteht mich nicht falsch, aber hoffentlich haben die Verzweifelten an ihr Handy gedacht und hoffentlich ist der Akku oder das Guthaben nicht alle.

Abends?

Das alte Tramdepot mit selbstgebrauten Bier zum Beispiel. Zudem gab es an mehreren Stellen den Hinweis auf Absinthe (Seit März 2005 in der Schweiz legal). Wo man eine unvergessliche Nacht in Bern verbringt weiss ich nicht und mit Absinthe intus wüsste ich darüber am nächsten Tag wahrscheinlich sowieso nicht mehr viel zu berichten… mit den Pendlern geht es also zurück Richtung Zürich.

Auf dem Rückweg zum Bahnhof stolpern wir noch über eine interaktive Lichtinstallation sowie Namen auf dem Asphalt? Ich möchte meinen Namen auch auf einem Stein in Bern verewigt haben, aber wie? Ich spreche zwei Berner an, „wisst Ihr was das hier mit den Namen auf sich hat?“ Gegenfrage: „Bärndütsch ok? „KLAR, hab ja die Postkarten in der Tasche! Leider bekomme ich keinen Stein mit meinen Namen, denn das war eine vorübergehende Aktion um Geld für den Kornhausplatz zu sammeln geben sie mir Auskunft. Mitten auf der Strasse stehen drei Gondeln, dort kann man z`Nacht essen. „Ist das romantisch“ rufe ich aus, allerdings wurde mir dann glaubwürdig versichert, dass das ziemlich peinlich sei und nach einem kurzen Test versichert, dass es darin eh nach Käse stinkt und sicherlich im Winter sehr kalt sei. Mmmh jetzt will ich auch kein Foto mehr machen und finde die Idee halt alleine schön.

Mein Fazit: Ich mag die Struktur von Raum und Zeit (und jeden der die Anspielung versteht).