Recycelte Geschichte

IMG_1479Wenn Glas auf den Boden und dann in seine Einzelteile zerfällt, dann ist es meist erstmal still…Vor einem liegt der ganze Haufen des Missgeschicks oder der bösen Absicht und wartet darauf aufgelesen zu werden. Dann kann man sich entweder sagen „Scherben bringen Glück“ oder „sieben Jahre schlechten Sex“, aber ich meine gehört zu haben Zweiteres gilt nur für die Scherben eines Spiegels. Als nächstes versucht man nicht reinzutreten, legt sich festes Schuhwerk an und holt den Staubsauger. Die 180 Mitarbeiter der Glaserei Bülach standen im Februar 2002 symbolisch auch vor diesem Scherbenhaufen. In der Glasi Bülach werden die Öfen nach 111 Jahren aus Kostengründen gelöscht- der Standort Schweiz war zu teuer. Die Bülacher Einmachgläser der Glaserei mit der Aufschrift „BÜLACH“, dem damaligen Signet respektive Markenzeichen werden nicht mehr hergestellt. Mit dem Bügelverschluss erreichte man die Konservierung von Sirup, Schnaps und Obst durch Luftdichte. Grün und braun waren die Flaschen, damit der Inhalt lichtgeschützt war. Da das Rohmaterial damals rar war, wurden die Flaschen rezikliert und für neue Behälter wieder eingeschmolzen. Weil es die Glasi Bülach so nicht mehr gibt , haben die Flaschen einen Liebhaberwert. Besonders wertvoll sind dabei leicht türkisgrüne Flaschen aus der Kriegszeit. Die Flaschen haben ein Eichzeichen am Hals wo das Mass und die Jahreszahl eingeritzt wurde. Gefunden habe ich diesen Teil Geschichte der Schweiz im Brockenhaus.