Return to sender?

Dass ich ausgerechnet in Gottlieben so ein bezeichnendes Bild einen Tag nach Valentinstag entdecke, ist ja schon herrlich ironisch. Gottlieben ist flächenmässig eine der kleinsten Gemeinden der Schweiz, da könnte die Aktion eine rote Rose in den Postkasten zu stecken ja quasi an jeden der 300 Einwohner gerichtet sein. Zum Beispiel das Paar, das schon zusammen aufgewachsen ist und sich nach mehreren Jahrzehnten getrennt hat, das Mädchen aus der Schule, welches erfahren hat, dass ihre grosse Liebe auf Skireise mit dem Jungen aus der höheren Stufe geknutscht hat, die Hausfrau, die die Affäre mit dem Briefträger nun endgültig beenden möchte (Lach, das ist meine Lieblingsvariante). Für alle, die solche traurigen Geschichten nicht so gut verkraften….Vielleicht ist ja auch nur eine Rose vom Laster gefallen, weil der Bote zum Valentinstag so viel zu tun hatte usw…

Geprägt von alten Bürgerhäusern aus dem 17. Jahrhundert mit seinen verwinkelten Gassen macht Gottlieben einen sehr idyllischen Eindruck. Die eigene Schiffsanlegestelle, 2 Werften UND eine eigene Hüppenbäckerei (so bin ich auf den Ort aufmerksam geworden) macht den Ort gewerbetechnisch attraktiv. Neben Galerien und Kunsthandwerk gibt es sie noch zu besichtigen-eine echte Handbuchbinderei. Die Burg ist nicht zugänglich, sie ist in Besitz der 2012 verstorbenen Opernsängerin Lisa Della Casa, ich konnte nicht rausfinden, wer dort inzwischen wohnt, aber es gibt auch andere Übernachtungsmöglichkeiten. Ab März erwachen all die Kuschelhotels wieder aus dem Winterschlaf und wem das zu romantisch ist, kann sich in der See Bar besaufen. Vielleicht erzählt ja jemand nach dem dritten Bier, warum die Rose zurück geschickt wurde. Lasst es mich wissen!