Vom tosenden Wasser, Ruhe und einem Klosterladen

Sonntagsausflug zum Rheinfall

Als wir mit dem Auto auf die ausgeschilderten Parkplätze in Neuhaus auf den Rheinfall zusteuern, drohte der Ausflug ein „Reinfall“ zu werden. Kein freier Parkplatz in Sicht. Wir werden auf einem Feld fündig, wo sich schon andere Zürcher einparkiert hatten. Ausser ein paar gelangweilt, aber glücklich blickenden Kühen schien Niemand was dagegen zu haben. Bisher hatte ich den Rheinfall vor Jahren mal von der deutsche  Seite aus besucht. Damals sass meine Oma im Rollstuhl und es gab das barrierefreie Besucherzentrum beim Schloss Laufen auf der Schweizer Seite noch nicht. Schweiztourismus betitelt den „Rhyfall“ als den grössten Wassserfall Europas. Etwas bescheidener wird der Rhyfall vor Ort als einer der drei grössten Wasserfälle Europas gekennzeichnet.

Auf dem 2010 ausgebauten Erlebnisweg spüre ich die Wucht des Rheinfalls am ganzen Körper. Trocken bleibt wohl niemand auf dem sehr gut ausgebauten Weg zur Aussichtsplattform. Wir müssen eine Weile warten, bis wir uns einen Platz in der ersten Reihe ergattern. Ich habe das Gefühl, am Rheinfall sind ein paar mehr Schweizer Fahnen als unbedingt nötig platziert. Inmitten des Rheinfalls steht, auch mit einer Fahne versehen ein gigantischer Felsen. Mehrere beflaggte Boote bieten die Fahrt dorthin an. Sogar mit dem Kanu kann man sich auf das Wasser wagen. An diesem Tag würden wir zu lange anstehen, ausserdem bin ich nicht schwindelfrei und so entscheiden wir uns für eine Pause auf der schönen Terrasse am Schloss Laufen.

Auf dem Rückweg machen wir noch einen Abstecher in die Kartause Ittingen.

Die idyllische Kartause Ittingen ist wie ein kleines Dorf, deren Bewohner sich hauptsächlich selbst versorgen. Kräuter, Obst und Gemüse werden im Garten angebaut, der Fisch kommt aus dem nahe gelegenen, zur Kartause gehörenden Nussbaumer See. Die Stallungen gelten als besonders tierfreundlich. Zu der Kartause gehört auch eine Käserei, in der die hauseigene Milch zu Butter, Käse und Joghurt verarbeitet wird. Unser Ziel ist der Klosterladen, denn dort bekommen wir den allerbesten Nusskuchen. Wenn Ihr mehr Zeit habt, packt Ihr Euch am besten  einen Picknickkorb mit Wein, Bier, Käse, dem speziellen Holzofenbrot, wandert die Stufen auf den Weinberg und setzt Euch vor die Kirche auf die Bank, um den herrlichen Ausblick über Ittingen zu geniessen. Ob Ihr Euch dann Gedanken macht, inwieweit Ihr selber den klösterlichen Werten wie Gastfreundschaft, Fürsorge, Bildung, Begegnung und Besinnung nachgeht, bleibt jedem selber überlassen. Dass diese Werte in Ittingen gelebt werden werdet Ihr aber spüren.