Zermatt tut jedem gut!

Wenn wir jemanden sehen wollen, steigen wir in den Zug und fahren hin. Egal, ob es Sinn macht dreimal so lange unterwegs zu sein, als denjenigen zu sehen. Derjenige hat eine unglaubliche Anziehungskraft. Ich habe es endlich gesehen, bei Schnee und Sonnenschein- das Matterhorn.

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Die markante Gestalt macht es zu einem der berühmtesten Berge. Zu Recht, wie ich finde. Das Matterhorn verschwindet ab und zu hinter den Wolken, das sei normal sagt die Schaffnerin, das passiert zu jeder Jahreszeit. Ich äussere, dass ich mehr als eine Handvoll Schweizer aufzählen kann, welche noch nie in Zermatt waren.  Der Einwand, dass ich das „Schloss Neuschwanstein“ doch auch lediglich von Fotos kenne ist berechtigt und stimmt. „Ich wollte nie Prinzessin sein“ entgegne ich, um das letzte Wort zu haben.

Gornergrat

Wenn Ihr in die Bahn zum Gornergrat steigt, setzt Ihr Euch am besten auf die rechte Seite, an ein Panoramafenster. Die Plätze sind beliebt. Könnte die Bahn kippen, wie ein Boot, würde sie, jedes Mal, wenn das Matterhorn zu sehen ist, auf die rechte Seite kippen. Es ist Ende November, noch vor dem Start der Skisaison. Nur ein paar Touristen verlaufen sich, es ist friedlich auf dem Gornergrat und leise, wie durch Ohropax. Ach herrje, was haben wir da? Ein Bernhardiener muss Pose stehen. Der Fotograf hatte eine kluge Geschäftsidee und macht Fotos mit Touristen und original Schweizer Hund vor dem Matterhorn.

„Ich will ein Foto haben, wie sich das Matterhorn im „Riffelsee“ spiegelt“ verkünde ich fröhlich, um die Truppe schonmal auf die Wanderung vorzubereiten. Leider spiegelt sich an dem Tag nichts im See. Eine zweite Option wäre der „Stellisee“. Gut, das nächste Mal.

IMG_5690„Zu spät Du rettest den Freund nicht mehr, so rette Dein eigenes Leben“

(Umzitiert aus „Die Bürgschaft von Friedrich Schiller“)

„Was ist bei der Erstbesteigung des Matterhorns passiert?“ „Verunglückt oder getötet?“ Ha, ich habe die Aufmerksamkeit der Truppe zurück. „Frag die Einheimischen. „Schlauer Tipp. Ich muss gestehen, dass ich den Walliser Dialekt schwer verstehe. Zudem steht nicht „ich bin in Zermatt geboren“ auf der Stirn.
Das Zermatter Museum steht mitten im Ort und ist unverkennbar. Es wirbt mit einer Sonderausstellung „Die Suche nach der Wahrheit“. Die beiden Zermatter Bergführer „Peter Taugwalder“, Vater und Peter Taugwalder, Sohn, haben 1865 das Unglück überlebt. Der Ur-Ur Enkel beziehungsweise Ur-Ur-Ur Enkel, Matthias Taugwalder hat sich auf die Suche der Wahrheit begeben. Seine Recherche ist eindrücklich dargestellt „Jeder Betrachter soll sich ein eigenes Bild machen, es geht um die Sache“, sagt Matthias Taugwalder.

Roggenbrot aus Zermatt

Zwei bis dreimal im Jahr konnten früher die Familien in Zermatt im örtlichen Backofen ihr Brot backen. Roggenbrot, Roggen ist das einzige Getreide, welches sich den klimatischen Bedingungen des Wallis anpasst. Seit zehn Jahren wird das Roggenbrot nach einem traditionellen Rezept hergestellt. Besonders stolz ist die Bäckerei Fuchs auf ihr Roggenbrot mit Früchten. Dieses Brot hat an der „Swiss Bakery Trophy“ die Bronze Medaille gewonnen. In der Bäckerei finden wir neben dem berühmten Roggenbrot feine Schokolade in Form des Matterhorns.

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Ich fahre mit zwei Mitbringseln nach Hause, dem Roggenbrot und dem Buch „Der Wahrheit näher-die Katastrophe vom Matterhorn 1865“ von Hannes Taugwalder und Martin Jaggi. Ich verschlinge es auf der Rückfahrt und glaube an die Unfall Variante.

Ich werde wiederkommen, denn das autofreie Zermatt, mit der klaren Luft, den freundlichen Menschen, dem guten Walliser Essen und den vielen Ausflugmöglichkeiten lässt einen abschalten. Ich fühle mich aufgehoben beim Anblick des Matterhorns und irgendwie scheint die Welt hier in Ordnung zu sein.